Zukunftswerkstatt für das Badische Landesmuseum

Wie sieht ein Museum aus, das auch in zwanzig Jahren noch relevant ist – für Gesellschaft, Stadt und Besucher:innen? Genau diese Frage stand im Zentrum der Zukunftswerkstatt, die ich gemeinsam mit dem Badischen Landesmuseum in Karlsruhe durchgeführt habe. Über 20 Bürger:innen aus Karlsruhe und Umgebung entwickelten an einem Nachmittag Visionen für das Museum der Zukunft – jenseits klassischer Ausstellungskonzepte. Nach einer kurzen Einführung in Methoden der Zukunftsforschung ging es direkt ins gemeinsame Arbeiten: Die Teilnehmenden setzten sich mit Megatrends auseinander, diskutierten Chancen und Risiken und entwickelten in Gruppen sowohl Headlines aus dem Jahr 2040 als auch konkrete Ideen für ein “5-Sterne-Museumserlebnis” der Zukunft. Dabei entstanden Vorstellungen eines inklusiven, immersiven und sozial relevanten Museums – offen, vernetzt und partizipativ. In den Diskussionen wurde deutlich: Museen sollen nicht nur bewahren, sondern auch Impulse geben, zur Debatte anregen und neue Perspektiven eröffnen. Gleichzeitig gab es kritische Auseinandersetzungen – etwa zur Gefahr einer „Eventisierung“ oder zum Spannungsfeld zwischen Innovation und Authentizität.

Perspektive: 2040+
"Der Workshop hat neue Perspektiven auf die Zukunft von Museen eröffnet. Die Methode der „Headlines der Zukunft“ hat eindrücklich gezeigt, wie sich aus anfänglichen Sorgen konstruktive Ideen entwickeln können. Besonders spannend war die Auseinandersetzung mit Megatrends und die Frage, wie Museen nicht nur Geschichte bewahren, sondern aktiv Zukunft gestalten können. Ein inspirierender Austausch, der viele Denkanstöße lieferte!"
Cristina Negele, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Bürger*innen Beteiligung Badisches Landesmuseum

Das Format bot Raum für beides: kreative Utopien und realistische Bedenken. Die Ergebnisse fließen in die interne Strategiearbeit des Museums ein – unter anderem im Hinblick auf die kommende Sanierung. Für mich war der Workshop ein gutes Beispiel dafür, wie Beteiligung auf Augenhöhe gelingen kann: durch klare Methoden, offene Diskussion und die Bereitschaft, auch kontroverse Themen produktiv zu verhandeln.

Kund:in:
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe